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Artikel Tagged ‘fotografie’

Konzeptbilder der Fotografie | Bildsysteme

18. Juli 2011 Keine Kommentare

Fußgängerübergang an Kreuzung in Kreuzberg am Schlesichen Tor„laßt euch nicht beirren von übergängen.“ – rilke

Aus dem der auseinandersetzung und den sich innewohnenden widersprüchen zwischen den apparaten () und den medialen möglichkeiten (MITCHELL) entwickelte sich, während der phase der concept art um 1970 herum (GROH 1971; HONNEF 1971) das konzeptbild als einen neuartiger bildtypus heraus. Begriffe wie konzeptfotografie, bildanalytische , demonstrative oder experimentelle medienreflexion kennzeichtnen arbeiten dieses neuartigen typus von bildern. Inhaltlich setzen sich Konzeptbilder mit apparativen wie medialen grenzen und deren möglichkeiten auseinander. Das foto ist dabei immer zentrales mittel und gegenstand seiner inhalte und formen, deren der künstler sich durch kritischer und konstrutiver untersuchung zu nähern versucht. Bildlich zeichnen sich konzeptbilder aus der zeit durch eine teilweise bewusst provokante unkünstlerische art aus. konzeptbilder wirken wie strukturbilder fast immer selbstreferenziell, ihr dasein beziehen sie aus sich selbst heraus und wirken dabei immer rekursiv. Die daraus resultierenden neuen sinn- und bedeutungszusammenhänge schaffen auf diese weise ein neues formrepertoire. Diese entwicklung, in verbindung mit neuartigen medienspezifischen entwürfen (Mitchel, McLuhan ua.) führte dazu, dass sich das fotografische bild vom dienenden abbild hin zum autonomen bildobjekt weiterentwickelte.

[Zeiss Ikon, Nettar IIb 518/16, Novar-Anastigmat 75mm f/4,5, Kodak Professional Tmax 400]

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Rezension: Tokyo. Die Strasse als gelebter Raum | Lars Müller Verlag

5. Juni 2011 Keine Kommentare

Tokyo. Die Strasse als gelebter Raum | Lars Müller Verlag Tokyo. Die Strasse als gelebter Raum | Lars Müller Verlag

“Ein Goldfischglas auf dem Poller – Schirmständer, Topfpflanzen oder ein Sofa am Straßenrand?”

Vorab, das reich bebilderte Buch ist kein Kunstband im klassischen Sinne und dies versucht es auch gar nicht erst zu sein. Es handelt sich um eine Studienarbeit aus dem Forschungsprojekt “taking to the streets” unter der Leitung von Jürgen Krusch und der Mitarbeit von WM Frank Rost am Lehrstuhl Prof. Günter Vogt vom Netzwerk Stadt und der ETH Zürich, Departement .
Inhaltlich setzt sich das Buch mit der Frage nach dem Straßenraum als einem der letzten öffentlichen Räumen der Stadt aus der Sicht der Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner auseinander. Die große Anzahl an Beispielbilder und Dreier fotografischer Serien sollen das Erleben des Straßenraumes aus der Fußgängerperspektive verdeutlichen, aufzeigen und dienen zugleich dem Inhalt als Argument. Die Autoren schreiben dazu: “Die Methoden kombinieren künstlerische Ansätze mit neuen Bildstrategien, wie sie aus dem Bereich der künstlerischen Anthropologie bekannt sind”. Meiner Meinung nach ist das auch der größte Schwachpunkt des vorliegenden Buches, da es diesem Anspruch eigentlich nicht gerecht wird. Gerade die oben angeführten “neue Bildstrategien” sucht man einigermaßen vergebens, was zur Folge hat, dass die Arbeit in einem relativ biederem und doch uninspirierten grafischen Layout daher kommt, auch die diagrammatischen Ergänzungen zum Textverständnis können diesen Mangel nicht gänzlich beseitigen.
Aber wo das beigefügte Bildwerk nicht überzeugen kann ist der textuelle Teil umso stärker. Wer sich mit der neueren Geschichte des europäischen Städtebaues der 50er bis 70er in Folge von CIAM sowie der Charta von Athen auseinandersetzt, deren Folgen und Reaktionen für die europäischen Städte kennt, wird in diesem Buch hilfreiche Ergänzungen zum Verständnis der im gegenwärtigen Diskurs geforderten Restrukturierung und Funktionsmischung der Städte finden. Gleichzeitig wird versucht analog dem asiatischen Model den städtebaulichen und soziologischen Fokus wieder auf den Straßenraum zu lenken, da dieser weitaus mehr leisten kann als nur reiner Funktionsraum für den Transport. Die urbanen Strassen, nicht wie in Europa üblich die Plätze, werden in Tokyo als Orte der Kommunikation und des Handelns, als gelebter Raum durch die Bewohner in Besitz genommen. Das Buch betrachtet dazu ausführlich in historischen und städtebaulichen Analysen die Qualitäten und weiteren Funktionstypen der öffentlichen Räume in Tokyo. Diese Funktionsräume wiederum werden in den Kontext der vorgefundenen urbanen Großstrukturen, zB. Bahnhöfe als Verkehrsknotenpunkte eines polyzentrischen Stadtgefüges, bis hin zu kleinstädtischen Mikrostrukturen, zB. die Übergangsbereiche im Wohnhaus zwischen den privaten und öffentlichen Räumen,  im Inneren der Grossblöcke gesetzt.
Die detaillierte Auseinandersetzung mit dem temporär durch die Stadtbewohner umgedeuteten öffentlichen Raum als Form der fragmentierten Wohnnutzung ist jedoch besonders lesenswert. Hierbei handelt es sich um eine Art  “Wohnen außer Haus”, dabei werden in zunehmenden Maße Einzelfunktionen des Wohnens wie zB. Kochen und Essen fragmentarisch über die Stadt verteilen, dadurch transformieren sich Bewohner in einen Archetypus des modernen Stadtnomaden. Die Autoren sehen aber genau in diesen, “dividual spaces” die Möglichkeit in den postindustriellen Dienstleistungsmetropolen neue und zeitgemäße urbane Lebensstile zu manifestieren, schon jetzt sind diese Prozesse in der Umnutzung von Gewerbehöfen, Lofts und Industriequartieren in ganz Europa nachvollziehbar.
In Ergänzung zum Klassiker “Das japanische Haus und sein Leben” von Bruno Taut ist das vorliegende Buch ein (Bild-)Handbuch zum weiteren Verständnis des öffentlichen sowie privaten Raum in Japan, bzw Tokyo und bietet zugleich Ideen und Lösungsansätze zu den Problemen des modernen Städtebaus und den Anforderungen einer kreativen und durch Vielfalt geprägten modernen städtischen Dienstleistungsgesellschaft.

Jürgen Krusche, Frank Roost
TOKYO. DIE STRASSE ALS GELEBTER RAUM
Lars Müller Verlag, 2010

Herausgegeben vom Lehrstuhl Günther Vogt, Departement Architektur, ETH Zürich
16,5 x 24 cm, 128 Seiten,  120 Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-03778-212-5, EUR 19.90

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Faber-Castel Polychromos | Makro Pentax 645N

8. April 2011 Keine Kommentare

Faber-Castel Polychromos | Makro “Color is sensibility in material form, matter in its primordial state.” – Yves Klein

[Makroaufnahme Faber-Castel Polychromos Stifte, 645N, Helicoid Extension Tube (43-67), SMC 67 45mm f/4, Zörk ProShrift ProSA-P67, Kodak Professional E100G]

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_”lachen auf dem see” – hugo suter

12. Februar 2011 Keine Kommentare

hugo suter, lachen auf dem seehugo suter, lachen auf dem see

Es wäre zu einfach hier nur den klappen- oder pressetext zu rezitieren, aber das würde meiner auffassung nach diesem buch nicht hinreichend gerecht werden.  Zuerst mal  muss ich gestehen, dass Hugo Suter mir als fotografierender künstler weitestgehend unbekannt war, seine arbeiten mit dem medium glas hingegen sind mir durchaus geläufig. Der 1943 in aarau geborenen künstlers deckt in seinem werk nahezu die gesamte die technische mannigfaltigkeit des künstlerischen schaffens ab. Jedoch erscheint mir die bei Suter als ein zentrales element, einem roten faden gleich, in seinem schöpferischen prozeß.

Die fotografien des vorliegenden buches sind vor allem durch einen wahrnehmungsprozess geprägt, der mit alltäglichen und unauffälligen phänomenen unser welt spielt. “Die des staunens beherrscht Hugo wie kein zweiter”, treffend attestierte Lars Müller dies Suter während der buchpräsentation im kloster muri 2010.

Was aber nun zeichnet das rund dreißig jahre umfassende fotografische oeuvre Suters aus. Es ist fähigkeit scheinbar einfachste dinge bis hin zu komplexen phänomenen unserer umwelt skulptural wahrzunehmen, den blick auf und von den dingen zu lösen, fokusierend auf die bedeutung der formen. Als “kartographierund der wahrnehmung” umschreibt Stephan Kunz im begleittext diesen prozeß. Dargestellt werden verschiedenste techniken und themenkomplexe: klassisch konzipierte architekturfotografien in serie (alle bade- und bootshäusern um den hallwilersee 1997 ) immerhin 65 Stück und ein direkte ironische anspielung auf die typologien der bechers, licht bzw schattenzeichnungen auf polaroid (interieur seengen) bis hinzu freien fotografien, die den vermeintlichen alltag abbilden (fensterflügel). Die fotografie als rein dokumentarisches abbild tritt hinter der vielfältigkeit der phänomene zurück – und immer mit einer subtilen portion an feinem humor wie in “malerei und skultur” von 2006 beweist, indem der künstler fotografisch ein auf zeitung abgedrucktes selbstprotrait dem zerküllten pendant gegenüberstellt.

Ein wundervolles buch – ein muß für jeden der sich mit künstlerischen handeln auseinandersetzt oder dieses erlernen will. Ein Buch das sich an alle interessierten beobachter wendet, aber besonders für architekten und studenten der – und warum? Dazu muss ich etwas ausholen, anfang der 90er jahre habe ich in an der technischen universität architektur studiert, zur künstlerischen grundausbildung gehörte das fach “plastisches gestalten” bei Prof. Wolf Kalhen. Ziel des zwei semesters dauerenden seminars war die sinn- und wahrnehmungsschulung sowie die räumlicher gestaltung. Zur beschäftigung gehörten künstlern und theoretikern, wie zB. Richard Long, Donald Judd, Klaus Merkel und Christian Norberg-Schulz ua. sowie die kunstrichtungen Minimal-, Land- und Ready-Made Art. Viele der damals abgeforderten seminaraufgaben aus den stehgreif- und projektarbeiten konnten direkt aus dem vorliegenden buch von Suter stammen, insbesondere reihen wie “wasserrohr”, “eisschiffchen, langsam zerfliessend” und “gläser auf dem dach”.

Die fotografien suters sind allesamt stilsichere  analogien und wunderbare anregungen  auf die beantwortung essentieller fragen der sinn- und raumwahrnehmung wie: “gebaute zeit -raumzeit|zeitraum”, “emphatische räume”, “raum als situation” und “über raum, gefundener raum – gesuchter raum”. Definitiv ein buch für das curriculum kunstausbildung architektur. Abschließend fällt auf, das die rezeption suters umfassenden und vielseitigen werkes noch vor allem in der schweiz statt findet, in deutschland hingegen ist sein werk noch weitestgehend unbekannt, was sich sicherlich mit diesem Buch ändern wird. Davon zeugt auch die verleihung des titels “siegertitel-silber” 2011 in der kategorie fotobildband durch den deutschen fotobuchpreis.

Hugo Suter
Lachen auf dem See
Lars Müller Verlag, 2010
16,5 × 24 cm, 256 Seiten
230 Abbildungen, Hardcover
ISBN 978-3-03778-232-3
Preis:  35,00 €

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_vertragsrecht: architekten und fotografen 100818

20. August 2010 Keine Kommentare

100809-band-des-bundes-01-600px

“Der Architekt wirbt durch sein Werk”

skizzen, pläne, bilder und fotografien sind zweifelsfrei die wichtigsten kommunikativen im architektonischen prozeß. Beauftragt ein architekt einen spezialisierten fotografen, dann unter der prämisse, daß dieser das gebäude nach aussen hin kommunizierbar und für jeden erlebbar macht und zwar durch seine eigene gestalterischen möglich- und fähigkeiten, die es ihm erlauben unterschiedliche interpretation des gebäudes zu erzeugen. “Bei einer solchen beauftragung sind jedoch verschiedene aspekte des urheberrechts, vor allem des fotografen, aber auch des architekten, zu berücksichtigen und entsprechende vertragliche regelungen zu treffen. Neben dem gegenstand der beauftragung sollten insbesondere die übertragung und einräumung von nutzungsrechten eindeutig geklärt werden.” (AK BW)

Ein erstes beispiel: ein fotograf kann die vermarktung der bilder gegenüber potenziellen kunden übernehmen. Für den architeketen entsteht dadurch ein finazieller vorteil, da dieser ein geringeres honorar an den fotograph zu zahlen hat, nachteilig daran ist, daß er gleichzeitig auf weitere verwertungs- und nutzungsrechte verzichten (ausgenommen für eigenwerbung in form von flyern und/oder homepage) muss. Das  kann dazu führen, daß fotografen bilder der gebäude gänzlich ohne kosten für den architekten anfertigen und diese anschließen vertreiben, in der hoffnung auf ein höheres honoar bei publikation. Im extremfall fertigt der fotograf ohne zustimmung des architekten oder bauherr bilder der gebäude an, dabei beruft sich der fotograf auf die sog. panoramafreiheit, die in artikel §59  abs. 1 des urhebergesetzes geregelt ist.  Dieser paragraph erlaubt ihm aus dem öffentlichen raum heraus bilder von gebäuden zu erstellen und diese dann ggf. komerziell zu veräussern. Verboten hingegen sind kommerzielle vermarkung von gebäuden die als “kunstwerken” gelten , als diskurs siehe hierzu (Az. – 5 U 12/09, 5 U 3/09 und 5 U 14/09) des OLG Brandenburg.

Ein weiteres beispiel. Kommt ein vertrag zwischen architekt und fotograph zustande, muss die verwendung sowie die nutzung der bilder schriftlich vereinbart werden, jedoch davon kategorisch ausgeschlossen ist das urheberrecht des fotografen, dies währt noch 70 jahre nach dessen ableben. Der fotograf muß grundlegend immer erklären, daß die bilder frei von rechten dritter sind.  Jedoch werden bestimmte meistens auf den architekten festgeschrieben, dazu zählen insbesondere rechte, wie die weltweite uneingeschränkte vervielfältigung sowie die unbeschränkte verbreitung sowie der veröffentlichung umfassen. In diesem fall entsteht für den fotograf ein finanziellen nachteil, da ihm das zweitverwertunsgrecht an den bildern rechtlich vorenthalten ist, das führt dazu, daß er eine höhere honorarrechnung verlangen muß.  Desweitern wird er auf grund des fehlenden finanziellen anreiz auf ein weitervermarktung der arbeit verzichten. Für den architekten offenbart sich daraus ein vorteil, da jederzeit über die verwendung der bilder verfügen kann. Es bestehen aber noch weitere zwingende gründe die nutzungsrechte an den architekten zu übertragen: diese entstehen zumeist bei innenaufnahmen und resultieren aus dem besonderen innenverhältnis des bauherren zum architekten und vice versat. Mit einem verbrieften copyright behält der architekt  die vollständige kontrolle über sämtliche veröffentlichungen seiner arbeit und den daten seiner auftraggeber.

“ich gehe von dem aus, was da ist, nicht von dem, was das Büro gerne gehabt hätte” – hutmacher

Die architekenkammer baden-württemberg (i.f. ak bw), hat zu diesem thema ein merkblatt herausgegeben: Merkblatt Fotovertrag - (c) AK BW (44).

Errata: Die american society of media photographers (asmp) hat ebenfalls zu diesem thema ein umfangreiches pdf mit dem  titel “Working with an architectural photographer” herausgegeben: Working with an architectural photographer (21), desweitern hat die asmp eine checkliste speziell für architekturfotografie entwickelt: architectural photography checklist (asmp) (20). Für die richtigkeit der angaben in den jeweiligen dokumenten wird keine haftung übernommen, sämtliche rechte an den dokumenten liegen bei den jeweiligen Herausgebern

Die initiative plus (picture licensing universal system) bietet ebenfalls ein umfangreiche übersicht über nutzungsrechte (engl.).

(Quellen u.a. : Fred Wagner, Deutsches Architektenblatt – Ausgabe Ost, 05/10; Merkblatt Fotovertrag der Architektenkammer BW; “Working with an architectural photographer”, American Society of Media Photographers (ASMP) )

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_abbilder 100622

22. Juni 2010 Keine Kommentare

100615-surveiliance-600pxEntsprechend dem historischen kontext kann das fotografische bildsystem typologisch in vier verscheidene bildtypen (nach SCHMÖLL)  unterteilt werden, a.a.o habe ich schonmal  den typus der strukurbilder besprochen, heute widme ich mich dem ältesten der vier typen dem fotografischen abbild.

Nach JÄGER sind abbilder eine festlegung eines ausschnittes aus raum und zeit, der ort/raum erlangt eine geschichtliche bedeutung und dem augenblick wird eine (an)dauer verliehen. “…detail und moment sind konstruktive merkmale … abbildungstreue und wiedererkennungswert ihre entscheidenen kriterien.” (JÄGER)

Bedingt durch seine technizität galten fotografien seit beginn als “objektiv, glaubhaft und authentisch”  erst als reines technisches mittel später als medium, jedoch immer ohne jeglichen subjektiven einfluss. Parallel zu dieser entwicklung drangen aus den benachbarten künste immer wieder strömungen, einflüsse und auch techniken in die domäne der ein, dabei verwischten diese in immer stärkerem maße die erlanget objektivität der abbilder.

“… alle künste beruhen auf der gegenwart des menschen, nur die fotografie zieht nutzen aus ihrer abwesenheit” (KEMP). Gerade durch diese abwesenheit drang die “gegenständlich-dokumentarische” fotografie in immer mehr gebiete des lebens ein. Am anfang noch eine reine bestandsaufnahme von unbeweglicher fanden sich schnell weitere felder, in so unterschiedlichen bereichen wie  zb. forschung, kriminalistik und soziologie  und in  ihrer ausprägung als sach-, dokumentarfotografie, realistische fotografie und weiterer spezialgebiete wie fotoreportagen. Interessanterweise wandelten sich die vorab bezeichneten ursprünglichen arbeitsmethoden erst zu autonomen fachgebieten und später zu eigenständigen stilbegriffen.

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_deutsches historisches museum II 100427

27. April 2010 Keine Kommentare

100427-deutsch-historisches-museum_600px

oder siehe auch … “.. Zwischen dem dreieckigen Baukörper des Ausstellungsgebäudes und dem Zeughaus vermittelt ein gebäudehohes Glasfoyer, aus dessen geschwungener Fassade sich ein gläserner Treppenturm entwickelt. … spiegelt die großzügige Glaswand tagsüber die historischen Fassaden der umliegenden Bauten wider und ermöglicht von außen die Besucherbewegung im Haus wahrzunehmen.” – Zitat aus der Selbstdarstellung des Deutschen Historischen Museum, klassisches Beispiel für einen typischen “Architektenjargon” und ich weiss genau wovon ich rede.  Und für die glücklichen, die noch auf dieses Buch  “ und Sprache – Architekten sprachlos” von Wilfried Dechau (Deutsche Verlags-Anstalt DVA, 1997, ISBN 3421031312) zurückgreifen können, werden nun ebenfalls ganz milde lächeln. Und Sätze wie “Transparenz, Licht und Bewegung sind das architektonische Programm seines Berliner Entwurfes.” erfüllt einen doch in stiller Freude im Wissen um die eigentlichen Aussage.”

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_urban backdrop 100318

18. März 2010 Keine Kommentare

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To be a human being means to be on the earth as a mortal. It means to dwell” – heidegger

Wie vom reißbrett und frisch aus der retorte, eine delokalisert generische investorenarchitektur, vollständig austauschbar ohne jeglichen bezug und ausschließlich selbstreferentiell.

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_deutsches historisches museum 100311

11. März 2010 Keine Kommentare

100310-deutscheshistorischesmuseum_600px

“.. Zwischen dem dreieckigen Baukörper des Ausstellungsgebäudes und dem Zeughaus vermittelt ein gebäudehohes Glasfoyer, aus dessen geschwungener Fassade sich ein gläserner Treppenturm entwickelt. … spiegelt die großzügige Glaswand tagsüber die historischen Fassaden der umliegenden Bauten wider und ermöglicht von außen die Besucherbewegung im Haus wahrzunehmen.” – Zitat aus der Selbstdarstellung des Deutschen Historischen Museum, klassisches Beispiel für einen typischen “Architektenjargon” und ich weiss genau wovon ich rede.  Und für die glücklichen, die noch auf dieses Buch  “ und Sprache – Architekten sprachlos” von Wilfried Dechau (Deutsche Verlags-Anstalt DVA, 1997, ISBN 3421031312) zurückgreifen können, werden nun ebenfalls ganz milde lächeln. Und Sätze wie “Transparenz, Licht und Bewegung sind das architektonische Programm seines Berliner Entwurfes.” erfüllt einen doch in stiller Freude im Wissen um die eigentlichen Aussage.

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_vertigo 100304

4. März 2010 Keine Kommentare

100304-franzoesischer-dom600px

 

” vertigo is the conflict between the fear of falling and the desire to fall ” -  S.Rhusdie

Blick in den Carillion (v.u.n.o) im Französischer Dom, Nordseite am Gendarmenmarkt, Januar 2010. Das unter der Kuppel freihängende Glockenspiel (Bildmitte) wiegt dezente 29 Tonnen. Der Glockenturms hat eine geschätzte Höhe von rund 50.00m. Anmerkung prodomo: mit ca. 20kg Kameraequipment und einer KHK ist das ein ausgesprochen beschwerlicher Aufstieg.

Pen­tax 645 N, SMC 67 45/4.0, ZÖRK Pro Shift Adpater ProSAP67, Kodak Pro­fes­sio­nal Ekta­color E100 G ]

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_ikonoklasten 100222

24. Februar 2010 Keine Kommentare

100221-headache-600px

[dawn of the iconoclast, 2:08]

Das der öffentliche raum bzw daß das leben einem stetigen verfall unterliegen, ist nicht nur seit jane jacobs (ERRATA 2010-03-25:  hier irre ich mich, es ist richard sennet: verfall und ende des öffentlichen lebens,  tyrannei der intimität. Jane jacobs hat hingegen geschrieben: tod und leben großer amerikanischer städte. Beide autoren behandeln in teilen das thema des soziologischen verfalls der einwohner und deren räume in den staedten)  hinlänglich bekannt. Dieser kontinuierliche transformatorische prozess wird von einer zunehmenden zerstörung der bilder begleitet. Obgleich wir uns mitlerweile immer mehr in einem universum der technischen bilder befinden, nimmt die gleichzeitige vernichtung dieser bilder getrieben durch redunanz der technischen immer stärker zu. Das dieser dualistische prozeß von erschaffung und zerstörung nicht nur von theoretischer natur ist, wird durch die von den ikonoklasten vernichteten bildern in frappierender weise uns vor auge geführt. Die wut der ikonoklasten richtet sich dabei, getrieben durch eine ohnmacht gegenüber den technischen bildern, immer häufiger und heftiger gegen jedweden träger projezierter ideen, die erst durch die terminal  zerstörung (bis auf das letzte dublikat) aus dem sozialen gedächtnis getilgt werden sollen.  In einigen fällen werden die übergriffe der ikonoklasten sogar für gesellschaft spürbar, indem sie sich dann zu annähernd bürgkriegsähnlichen zuständen (virilio) ausweiten.

In eigener Sache: Um mal alle beiseite zu lassen, die zerstörung auf berliner friedhöfen hat mittlerweile derartige ausmaße angenommen, die nun wirklich erschreckend sind – oder sind das nur meine beobachtungen? Egal auf welchem , die bilderstürmer haben ganze arbeit geleistet. An über 75% (meine beobachtung) der figuren ob stein oder metall sind ganze extrimitäten und/oder  köpfe abgeschlagen. Hinzu kommt, daß immer häufiger die schmiedeeisernen gitter, abdeckungen und applikationen gewaltsam demontiert werden.

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_philharmonie sharoun 100216

17. Februar 2010 Keine Kommentare

100216-philharmonie-b100216-philharmonie-a

Ansicht der auf der Ostseite liegenden Fassade der Berliner Philharmonie am Kulturforum bzw Kemperplatz. Zwischen 1960 und 1963 von Hans Sharoun entworfen und erbaut. Der angrenzende  Kammermusiksaal wurde zwischen 1984 und 1987 durch Edgar Wisniewski ergänzt.

[Pen­tax 645 N, SMC FA 645 , 150mm, Kodak Pro­fes­sio­nal Ekta­color E100 G]

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Album der Steine – Klaus Merkel, Lars Müller Verlag

10. Februar 2010 Keine Kommentare

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Interessant an diesem Buch sind die auf jeder Seite augenfälligen Bildpaare, die das architektonischen Formenpotential des schöpferischen Menschens gegenüber einer ihn umgebenen Natur aufzeigt und dabei die Vergänglichkeit der menschlichen Handlung  piktoral in szene zu setzten und zu unterstreichen.

“Mit dem Album der Steine setzt Klaus Merkel die Suche nach den Parallelen zwischen menschlichen Bauwerken und Monumenten der Natur fort. Die bestechenden Schwarz-Weiss-Fotografien sind Zeugen von verborgenen Ordnungsmechanismen, die in der und der Natur gleichermassen wirksam sind.” (c) Müller
Rezension zum Buch: «Die hervorragenden Schwarz-Weiss-Fotografien ziehen den Betrachter förmlich ins Bild. Und weil sie ihr Geheimnis nicht preisgeben, verlieren sie auch nach mehrmaligem betrachten ihren Zauber nicht.» BERGE

Klaus Merkel, geb. 1940, Studium der Archäologie und Kunstgeschichte Universität München sowie der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste , ab 1977 Beginn der fotografischen Arbeit, bis heute zahlreiche Ausstellungen

Verlag Müller (Lars)
24 × 30 cm, 160 Seiten, 110 Abbildungen, Hardcover
ISBN 978-3-03778-062-6

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_im kontext der dinge 10021

1. Februar 2010 Keine Kommentare

100201-baugeruest-600px

“die kamera ist mein werk­zeug. mit ihrer  hilfe mache ich alles um mich herum sinnvoll.” andré ker­tész

vilém postulierte, dass wir, die wir uns in einer restlos kodifizierten welt bewegen, den kontakt zur natur längst verloren haben und vollständig von der kultur als zweite natur durchbestimmt sind. sämtliche technisch realisierten projekte, determinieren eine weltanschauung, die die natur als einen „existenziellen impakt“ kategorisch ausschließt. gefangen in diesem trugschluß verlernt der mensch die natur in einem poetischen kontext seines archaischen verlangens zu sehen und zu verstehen.

„beim ansehen der dinge kann ich zwischen kultur und natur nicht unterscheiden, nur wenn ich lerne, was die dinge sind, kann ich es.“ flusser

wie aber lernt man, was die dinge sind? dazu muss der konditionierte weltlichen kontext ausgeklammert werden, um dadurch die dinge in einem neuen, unbefangenen licht zu sehen – dieser phänomenologische blick hingegen aber sollte naiv und frei von deterministischen modellen sein (husserl), das heißt sich von vorurteilen und halbwissen befreien.

die wirklichkeit hingegeben hat sich verändert, nicht nur weil wir zwar noch so tun, als gäbe es eine apparatfreie authentizität, sozusagen eine reine natur, sondern weil die mediatisierte kultur nicht mehr durchbrechbar ist um einen unbefangen blick auf die natur freizugeben.

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_schloss charlottenburg 100117

18. Januar 2010 Keine Kommentare

100115-charlottenburg-01-600px100115-charlottenburg-600px

So kann das Jahr 2010 beginnen, die ersten Postkarten von Caputh, durch die “preussischen Schlösser und Gärten” (i.F ) in Auftrag gegeben, sind jetzt in den Verkauf der Museumsshops gegangen. Btw die obrigen Bilder sind natürlich nicht aus Caputh, sondern vom Schloss Charlottenburg.

Eine abschließende kritische Diskussion mit den Verantwortlichen über die Ergebnisse war durchaus interessant und dahingehend  überraschend, als daß z.B “die mittlerweile verblichenen Farben der Vorlagefotos aus den 50er Jahren” als gewünschter Zielfarbraum angesehen wurden, und die Restauratoren, bzw Kunstgeschichtler alle Mühe hatten diese Fehleinschätzung zu  korregieren. Was mich persönlich jedoch am meisten verwunderte hat, ist dass keiner – weder die Mitarbeiter der PSUG noch die der Druckerei mit kalibrierten Farbräumen arbeiten, aber sich dann alle am Ende wundern, daß der Farbraum der Korrekturfahnen  rosa  (!) erscheint. Erschwert wird diese Tatsache noch dadurch, daß die Korrektur- “Brilliantabzüge” nur auf mattierten Papier vorlag.

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