theorie

Artikel rund um die fotografische Theorie.

Strukturbilder der Fotografie | Raumstruktur der Glasfassade

Innerhalb der gesamtheit der fotografischen bildsysteme nehmen die strukturbilder, neben den abbildern und dem sinnbildern (nach SCHMOLL) eine besonder stellung ein. Die abwesenheit einer gegenstandsbezogenen bildwelt bei gleichzeitiger wiedergabe einer aussŸerbildlichen wirklichkeit kennzeichnen eine eigentsändige „bild-struktur-bilder“. Basierend auf neuen zeichnen und regeln. Deren augenmerk liegt auf der selbstreferenz im mediellen kontext – auf der „sichtbarkeit des bildes“ (WIESING). Durch die prozessuale erweiterung des „sehens“ kommt es zu einer inversion des „sehendend“ blickes. Wobei die kamera […]

Goldene Stunde | Sonnenuntergang über Kreuzberg

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„Goldene Stunde“ in der Wiener Straße nahe dem U-Bhf Görlitzer Bahnhof, Berlin Kreuzberg, September 2009 [ Als „Goldene Stunde“ wird der Zeitraum kurz nach Sonnenaufgang bzw. kurz vor Sonnenuntergang bezeichnet. Die tief stehende Sonne taucht Landschaften in warme rote Farbtöne und erzeugt dabei lange Schatten. Als „Blaue Stunde“ wird hingegen der Zeitraum der Dämmerung zwischen dem Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit, sowie der Zeitraum kurz vor Sonnenaufgang bezeichnet. Also der Zeitraum jeweils vor und nach der […]

_farbkorrekturfilter

Alle die, die auschließlich ihrem megapixel „point and click“ wahn fröhnen – können jetzt beruhigt weiter schlummern, oder  doch noch die letzten tausend belichtungsreihen sortieren. [ERRATA: Die besitzer eines gossen colormaster 3f  werden ehedem milde lächeln] Aber jeder, der sich schoneinmal halbwegs ernsthaft mit analoger fotografie beschäftigt hat, kennt das problem des angleichs der farbtemperaturen des aufnahmelichtes an die sensibilisierung des aufnahmematerials. Und bevor ihr den satz nocheinmal lesen müsst – es handelt sich um […]

der subjektive Blick | Erkenntnis in der Architekturfotografie

„die welt ist schön – genau das ist ihre devise“  walter benjamin Architekturfotografie, gleich welchem hochglanzmagazinen auch entnommen, präsentieren die abgelichteten objekte immer nur zu deren bestmöglichen bedingungen. „…nicht nur auf das unberührte, sondern auch das sauber von seiner umgebung isoierte gebäude, das immer sonnenbadende gebäude, das gebäude in seinen wärmsten farben, in die kamera lächelnd.“ [Janet Abrams] Jedoch wird gerade dieser implizierte ästhetische erwartungshorizont zutiefst erschüttert, wenn der publizierte repräsentant  in realita wahrgenommen wird. […]

_​​digitale passagen

… oder der grenzwertige zeitraum der digitalen fotographie. Jede kommunikative form hat einen sich eigen innewohnenden intervall, der sich zumeist zwischen dem äußeren, eine kognitiven leistungen zwischen sender und empfänger; und dem inneren, dem schöpfungs- und distributionsakt, aufspannt. Die klassische fotografie manifestiert sich dabei noch in einem zeitlich erfahrbaren abstand zwischen dem akt der handlung und dem der betrachtung  – ergo erkenntnis. Dieser intervall bildet durch seine chronologische erscheinungsform raum für geschichte(n). Die digitale fotografie […]

Fotografisches Bild | Gestaltlose Bild – die Vergangenem im Jetzt

Unter allen „bewegten“ medien vermag allein das fotografische bild am nachhaltigsten auf uns einzwirken, da es in form des standbildes die basis unsere gesamten erinnerung stellt. Das fotografische bild verwebt dabei an- und abwesenheit und gegenwart und vergangenheit zu einer emanantion des vergangenem im jetzt. Selten aber reichen schon wenige impulse, zb. worte um unlängst verlorene bilder, zu zeiten ganze bildzyklen, zu evozieren, obschon die materiellen träger längst nicht mehr existieren und auf das „innere […]

Bildwelt | Fotografie als Transformation der Realität

„die lebendige welt wurde damit (fotografie) immer weniger zum materiellen Anhaltspunkt unserer gewohnten Bildwelt.“ – Virilio, das öffentliche Bild, 1993 Fotografieren kann als transformatorischer Prozess einer dauerhaften wahrgenommenen Realität verstanden werden. Die einem emineten statischen und entdimensionalsierten System (der eines eingefrorenen augenblicks), von kodifizierten Zeichen entspricht – gegründet aus einer Konvention des Schaffenden mit seiner selbst. Der sich formal in einer erfahrenen Realität der uns umhüllenden „jetztzeit“ manifestiert und sich durch einen verlust der primären […]

_im skriptorium der bilder

„Film ist 24 mal pro Sekunde wahrheit “  – Jean luc Godard Technische bilder zerstören unweigerlich die geschichte – es gibt kein historizismus der technischen bilder. Alle interpretation ist lediglich der versuch das abbild im kontext des willenden schaffens zu verstehen und diese mit der restliche technisch dokumentierten bildergeschichte in konsekutiven einklang zubringen. Die deskriptive schrift der/als bilderklärer ist dabei nur noch ein analog auf ein system von evozierten bildern ohne dabei inament das bild […]

von den dingen | unsichtbare orte

“Die Kamera ist mein Werkzeug. Mit ihrer Hilfe mache ich alles um mich herum sinnvoll.” – André Kertész Ruinen die geschichten erzählen, grenzen die sich verändern und unsichtbare orte – alles verlorene, zurückgelassene und verratene orte. Sobald einem objekt, sei es raum oder koerper, sein kontext abhanden kommt, der ihm ehemals eine funktion einschrieb, laesst er sich untersuchen und befragen. Um seinen nutzen beraubt, zwangsweise befreit, wird das objekt um eine “eigentümliche aura” (Raabe) erweitert. […]

Fotografische Abbild | Unischtbare Architektur

Das fotografierte Abbild wird immer durch zwei Projektionen erzeugt: die Projektion des Motivs auf das Negativ und die des Negatives auf das Fotopapier. Das Wiedererkennen des Abbildes fordert von den betrachtenden Personen ein Wissen um das Abbild, je mehr um das Motiv gewußt wird, desto einfacher können die Betrachter vom Abbild auf das Motiv schließen. Jedoch um Architektur zu erfassen bedarf es dem  Vektor der Bewegung, eine gebaute Struktur erschließt sich durch den erlebbaren und […]

Simulacrium und Simulation | Abbild und Ebenbild der Wirklichkeit

„Heute kann man alles fotografieren“ – Robert Frank Ist mit aufkommen der digitalen Apparate von einem „Tod der Fotografie“ zu sprechen? Unzweifelhaft hat sich aber grundlegendes in Bezug auf des Bild verändert, so besteht zb. die Möglichkeit der Bildmanipulation seit Anbeginn der Fotografie und mit dem aufkommen der digitalen Retusche haben sich keine „neuen Unsicherheiten ins Reich der Bilder“ eingeschlichen. Die analoge Fotografie gilt immer noch als „Ikone des Realen“, mit der digitale Fotografie „wird […]

_ignore the machine – apparat guerilla

„Freiheit ist die Strategie, Zufall und Notwendigkeit der menschlichen Absicht zu unterwerfen, gegen den Apparat zu zielen.“ – Flusser Eine „erweiterte“ Philosophie der Fotografie müsste, analoge der Frage nach der menschlichen freiheit, die Freiheit gegenüber den technischen Apparaten beinhalten. Dabei ist nicht mehr der industrielle Kontext, basierend auf dem „Ursache – Wirkung – Mechanik Prinzip“, ausschlaggebend. Vieleher muß die Philosophie im Kontext einer „geschichtslosen Zeit“ betrachtet werden, in der „alles auf Zufall beruht und notwendigerweise […]

Rasenden Stillstand | Endgeschwindigkeit der Bildinformationen

Wir leben in einer Welt der redunanten Bild Informationen. Unsere Welt definiert sich zunehmends durch eine abgebildete Welt aus technischen Bilder, ohne deren Wahrheitsgehalt zu hinterfragen. Dabei nehmen wir diese technischen Bilder, die sich in einem ständigen Qandel befinden, gar nicht mehr aktiv war, sondern nur noch auf einer subliminaler Ebene, in form präkognitiver Konditionierung. Obwohl der Wandel ein markantes Zeichen für eine aktive Wahrnehmung sein sollte, bleiben die Fotografien unbeachtet. „Der Wandel ist Informativ, […]

_de sphaera mundi

Die Bilder, die durch einen Apparat mit einem „Loch und etwas herum“ entstehen, also die mit der Hilfe eines archaischen technischen Apparates entstehen, sind in ihrer Art, so nach W. Benjamin, generalisierte Prototypen technischer Bilder – jedes abgebildete Bild erhebt dabei immer, in seiner Art, den Anspruch der absoluten Wirklichkeit durch den Betrachter. Hier finden wir das Problem der gespiegelten seitenverkehrten Wahrnehmung des Auges wieder; bzw. die der Handlungen des homo ludens, in seiner nativen […]

Susan Sonntag, Vilem Flusser: Fotografische Apparatkritik | on air

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Susan Sonntag beschriebt in ihrem Essay „on photography“, jenseits Flussers Apparat-Abhandlung den Habitus des allgemeinen Urlaubsfotografen. Ausgangspunkt der strukturellen Beobachtung ist, dass visuelle Medien, den öffentlichen und privaten Raum als Sender und Empfänger durchdringen. In dieser Gattung ist eine Kamera,  im sinne einer „camera obscura“ nunmehr als technisches Ur-Refernz on Geräten zu verstehen, die unter anderem optische Signale aufzeichnen können, aber durch strukturelle Morphologie immer komplexere Programme  erhalten. Darunter fallen  unter anderem „Handy-Kameras“ und „SLR-Format […]

Flusser: Bedeutung Technische Bilder und Apparate | levels of meaning

Alle technischen Bilder, so auch die Fotografie, sind nach Flusser, kodifizierte Begriffe zu deskriptiven Sachverhalten. Initial bestimmt der Fotograf durch seine Begriffe – sein Topos – das Bild. Aber auch der aufzeichnenden Apparaten, durch vorprogrammierte und gesteuerte Gesten, greift in die Begrifflichkeit ein. Analog denke man hierbei nur an die schiere Vielzahl der möglichen Programme moderner Digitalkameras, die die eigene Begrifflichkeit, als Ausprägung des kreativen Benutzers limitieren und unterdrücken. Für die moderne Fotokritik ergibt sich […]

Digitale Bilder als simulative Fiktion der Realität | digital trauma

Die tradierte Abbildung der analogen Fotografie als Platzhalter der subjektiven Realität wird zunehmend durch manipulative binäre Zahlencodes digitaler Aufzeichenungsapparate überlagert. Die digitalen Bilder, in ihrer simulativen Fiktion, werden zu einer Hyperrealität deren Wahrheitsgehalt über den der Realität gestellt wird. Im gleichen Zuge verliert die Domäne der analogen Fotografie ihren dokumentarischen Charakter sowie den Nimbus der wirklichkeitsgetreuen Abbildung als gefrorener spiegele der realität. „In Zukunft werden Fotografien als Bilder gesehen werden, die in einer art tautologischen […]

Das Rauschen der Bilder, mediale Kommunikation | black box white noise

“ Die Welt der Bilder verkommt zum Sehrohstoff “ – Paul Virilio; Krieg und Kino – Logistik der Wahrnehmung Mediale Kommunikation: Generell sind der medialen Kommunikation enge Grenzen gesetzt, Geschwindigkeit und Unübersichtlichkeit sind dabei prägenden Aspekte. Bilder, die sich unserer Wahrnehmung unaufgefordert aufdrängen, den urbanen Raum bevölkern und die unbefragt existieren erzeugen ein Rauschen – dieses Rauschen spielt aber bei der Kommunikation eine evidente Rolle. Juri Lotman, beschreibt in seinem Buch „die Struktur des künstlerischen […]

verschwommenes Schattenbild | Lost Places – Beelitz Heilstätten

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Schattenbild – Schnappschuß in einem der zerstörten Gänge der Frauen-Lungenheilanstalt im dem ehem. Sanatoriums der sogenannten Beelitzer Heilstätten. Achtung, die Anlage ist Massiv vom Einsturz bedroht auch die Zerstörungswut einiger weniger Randalierer hat der Anlage erheblich zugesetzt. Ich fotografiere jetzt schon einige Jahre, nur von mir gibt es keine gescheite Bilder. Jetzt hat mir meine Schwester dieses Bild gezeigt. Darauf zu sehen bin ich, wie ich mich, in einem Gang der Ruinen der Lungenheilanstalt Beelitz, […]

Seminar Architekturfotografie,TU-Berlin | urban series

“ Die Fotografie ist ein Handwerk. Viele wollen daraus eine Kunst machen, aber wir sind einfach Handwerker, die ihre Arbeit gut machen müssen.“  – Cartier-Bresson Das Jahr endet und alles muß wohl raus, also haben ich die Seiten mit der Abhandlung über die Einführung der Architekturfotographie kurzerhand vollständig in die Seite implementiert. Viel Spaß damit. Ungefähr ab dem Sommersemester 2005 habe ich im Rahmen universitärer Beschäftigung, Kurse über Architekturfotografie abgehalten. Die den Studenten ausgehändigten Reader […]