2. Abschreckende Erfahrung mit dem Fotofachgeschäft Foto-Meyer, Berlin

Achtung der Artikel ist im Septmber 2013 entstanden.

„You can’t judge one by looking at the other …“ Mal ganz ehrlich, tagtäglich passieren jedem von uns Unmengen von Fehlern – unbedachte, kleine aber auch mal ganz große. Womöglich mit Vorsatz und wahrscheinlich aus purer Gewinnsucht dreist eine Unrichtigkeit zu behaupten ist nochmal eine ganz eigene Kategorie. Was das mit menschlichen Fehlverhalten zu tun hat? Fehler sind an und für sich verzeihlich und sie dienen im großen und ganzen dem Lerneffekt, nicht aber so vorsätzliche.

Warum ich mich echauffiere, würde es sich um einen komplexen Tatbestand handeln, mit dem selbst „Fachleute“ hadern, das wäre ja an sich schon schlimm genug, aber es geht „nur“ um ganz banale Farbfilter für die Schwarzweißfotografie. In Begleitung eines Bekannten habe ich Foto-Meyer wiedermal besucht, nach meiner letztmaligen doch eher negativem Erfahrung (siehe HIER), war ich im Anflug latenter Gutgläubigkeit der Meinung dem Geschäft nochmals eine Chance geben zu müssen – gemäß dem Thema eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Nikon Filterset © www.mir.com.my
Nikon Filterset © www.mir.com.my

Was war nun passiert: mein Begleiter wollte lediglich für seine Nikkor 50mm f/2 AI Objektiv an seiner Nikon F2AS Photomatic einen 1-fachen gelben und einen roten Farbfilter kaufen, der dafür benötigte 52mm (Pitch .75) Filterdurchmesser sollte für gut sortierte Fachgeschäfte, wie sich Foto-Meyer gerne gibt, kein größeres Problem darstellen. Das folgende Gespräch mit der, ich traue mich fast nicht sie als solche zu bezeichnen, „Fach“verkäuferin ließ mich und meinen Begleiter in allen Belangen ratlos zurück. War das nun dreist, dumm, uninteressiert oder steckte außer reiner Profitgier vielleicht nichts dahinter – oder wollte sie am Ende gar nicht arbeiten. Auf die Nachfrage hinsichtlich der 2 Farbfilter, kolportierte die meines Erachtens deplatzierte Person hinter dem Tresen, dass außer der Firma Rodenstock kein weiterer Hersteller mehr Farbfilter produzieren würde und sie, also Foto-Meyer, nunmehr lediglich Rodenstock-Filter zum Verkauf anböten. Hatte ich mich wirklich verhört und womöglich irgendetwas falsch verstanden? Wenn Sie unbedingt will, dass alle Welt ab jetzt nur noch Rodenstock Filter kaufen sollte, dann muss Sie diese auch von deren technischen Vorzügen überzeugen und nicht so ein unausgesprochenen Unsinn erzählen. Vielleicht bekommt die gute Frau ja eine Verkaufsprovision, aber was bitte bewegt eine Person so ein offensichtlichen Albernheit in aller Öffentlichkeit zu äußern.

Wie gesagt, es geht um so etwas gewöhnliches wie einen simplen Farbfilter, ein kurze Internetrecherche und ein schneller Blick in die gängigen Elektronikmärkte würde unmittelbar dieses dreiste und mit ziemlicher Sicherheit bewusstes Ammenmärchen widerlegen. An die Möglichkeit, dass sie es wirklich nicht besser wusste will ich erst gar nicht denken und die dann daraus resultierenden Konsequenzen erstrecht nicht ausmalen. Wenn so etwas unsägliches schon im Kleinen passiert, was verkaufen genau diese „Berater“ bei Foto-Meyer erst, wenn es mal um richtig teure Investitionen mit einem gesteigerten Beratungsbedarf geht. Und was schwatzen diese sogenannten „Fach“verkäufer erst dann einem echten Laien auf – das lässt ahnen! Und dann wundern sie sich noch, dass immer mehr Kunden den „bequemen“ Weg per Onlineshopping wählen, und sich der realen Dienstleistungshölle solcher Menschen nicht mehr aussetzten wollen.

R(25A) Red Filter © HOYA Filter
R(25A) Red Filter © HOYA Filter

Liebe Foto-Meyer Verkäufer, falls Ihr es noch nicht wisst und/oder keine Suchmachine benutzen könnt oder einfach nicht wollt, hier ist eine kurze nicht ganz vollständige Auflistung mit Links zu den gängigen Farbfilterherstellern, die auch und gerade in Deutschland erhältlich sind und zudem auch liefern. [B+W, Heliopan, Hoya, Kaiser, Tiffen und natürlich auch Rodenstock, von Spezialherstellern wie Kodak Wratten, Cokin, Lee-Filter und Singh Ray reden wir schon mal gar nicht).

Ach, noch einen Tipp an den „Fach“verkäufer von Fuji, der gerade auch im Laden anwesend war, um seine Kameras zu promoten. Herr Fachverkäufer, sie können es mir ganz ruhig glauben, der Blendenring aller M-Mount Zeiss ZM Objektive liegt an der Vorderseite der Objektive vor der Entfernungseinstellung und nicht umgekehrt. Woher ich das weiß? Wer lesen kann ist klar im Vorteil und wer es begreifen kann erst recht – ich besitze 4 dieser Objektive. Und wenn sie es immer noch nicht glauben sollten – BITTE HIER lesen. Ein schneller Blick auf die Bilder sollte reichen. Ja okay, er hatte bei dem Gespräch wohl offensichtlich an die SLR Objektive gedacht – sei´s drum. Und ja, mit dem marginale aber evidenten Zusatz „digital“ wäre es sogar durchaus glaubhaft gewesen, das die Fuji x20 als Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen Digitalkameras einen Schnittbildindikator hat – denn wer kennt, bzw. hat je schon mal was von LEICA gehört! Und weil wir gerade dabei sind liebe Fuji Marketingabteilung, mit „die an der analogen Fotografie nächste Art digital zu fotografieren“ ist nahezu vermessen, auch gerade in Anbetracht an die vorher erwähnte Firma aus Solms. Aber ein wunderschönes Beispiel für ein Oxymoron ist es allemal.

Wiedermal ein durchaus belustigender Nachmittag in einem „beliebten“ Berliner Fotoladen, den ich mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit keinem empfehlen kann und werde. Werter Leser, sie glauben mir nicht! Los, probieren sie es doch mal selbst – treten Sie doch mal bei Foto-Meyer nicht als Sachkundiger, sondern als ambitionierter Laie auf – Ihnen werden mit einiger Sicherheit Augen und Ohren aufgehen.

Auch kleine Dinge könne sich irgendwann mal rächen, wenn nicht gleich dann aber später und das aber mit Gewiss. Mich als potentiellen Kunden ist die Bude „Foto-Meyer“ endgültig los – aus vorbei.

Anmerkung 2018: zu dem letzten numehr gestrichenen Satz kann ich so heute nicht mehr mit gutem Gewissen stehen, siehe meine ausführliche Ausführung in den Kommentaren weiter unten.

12 thoughts on “2. Abschreckende Erfahrung mit dem Fotofachgeschäft Foto-Meyer, Berlin

  1. Danke für den ausführlichen Bericht.
    Welche Alternativen gibt es denn in Berlin?
    Scheinbar gar nicht so einfach, selbst im großen Berlin.

  2. Ein super interessantes Artikel. Obwohl ich die Meinung ganz und gar nicht teilen kann. Im Gegenteil. Ich bin auf genau das Andere gestoßen.
    Bin auf einen unaufdringlichen, fachlich sehr guten Verkäufer getroffen, der mich super beraten hat.
    War auch ein überzeugter Fuji-Fan ? im Unterschied zu mir. Nun bin auch ein zufriedener X-T1 Besitzer ?.
    Nun aber zum Artikel!
    Es tut mir leid für die Erfahrung die sie machen mussten. Diese Erfahrung müssen wir wohl alle öfter mal machen und nicht nur bei Foto – Meyer.
    Es ist überall leider so ?
    Unabhängig davon ist der Text eine seelisch-literarische Wohne. Es eine geistige Genugtuung es durchzulesen. Selten so was schönes gelesen!Danke! ???

  3. Wollte gerade losfahren, da wir für die Firma eine High end 4K Kamera benötigen.
    Habe noch rechtzeitig diesen Artikel gefunden, der mich höchstwahrscheinlich vor massiver Fehlinvestition und Zeitverbrennung geschützt hat. Werde nun im Internet nach der geeigneten Lösung suchen. Schade, der Fachhandel stellt sich selbst die Beine. Echt traurig. Ich unterhalte mich gern von Angesicht zu Angesicht, jedoch recht ungern mit Flachpfeifen, dann lieber online mit Sachverstand, da ich meine Zeit gut einteilen muss. Danke noch mal!

    1. Hallo Eddy, die Erfahrungen sind schon etwas her und ich bin geneigt das nicht auf die ganze Belegschaft auszuweiten, meine Erfahrung basiert auf meinem Kontakt mit einigen Mitarbeitern. Generell sollte man festhalten dass Foto Meyer (auch durch die Nähe zur Letteschule) eine gewisse fachliche Reputation genießt und zudem über ein ordentliches Angebot an Digitalkameras und Objektiven und Equipment verfügt. Was ich jedoch bemerkt habe, ist dass das Angebot an gebrauchter analoger Fototechnik deutlich abgenommen hat. Ich muss jedoch gestehen, dass ich vor gut 3 Monaten erneut den Laden wegen einer WineCell PX625 und einer CR 1/3N aufgesucht habe – was ich diesmal mit einem Mitarbeiter (höchstwahrscheinlich in Ausbildung) erlebt habe, mag ich gar nicht mehr erzählen.

  4. Guten Tag Herr Fundel,

    vielen Dank für Ihre offene und unterhaltsam geschriebene Kritik, die wir – bitte nicht falsch verstehen – selbstverständlich trotz des unterhaltenden Elements, Ernst nehmen. Wie schade, dass Sie in unserem Geschäft bisher offenbar keine guten Erfahrungen gemacht haben. Möglicherweise sollten Sie sich künftig an unsere Profiabteilung wenden, z.B. an den Leiter des Professionals Desk, Jörg Herrmann. Sie erreichen ihn unter der Telefonnummer 030 23 50 99 13 oder unter professionals@fotomeyer.de

    Ich bin sicher, dass er Ihre Erwartungen besser erfüllen kann, als unsere Auszubildenden. An dieser Stelle möchte ich aber doch um Verständnis dafür werben, dass wir in unserem Geschäft auch jungen Menschen die Möglichkeit geben, praktische Erfahrungen im Verkauf bzw. in der Beratung zu machen. Aller Anfang ist bekanntermaßen schwer und sowohl das fotografische Fachwissen als auch den richtigen Umgang mit Kunden kann man eben auch nicht nur theoretisch erlernen. Ich komme darauf, weil auch die in Ihrer Kritik genannte „Fachverkäuferin“ sich seinerzeit noch in der Ausbildung befunden haben dürfte.

    Als Berliner Familienunternehmen ist die qualifizierte Berufsausbildung Teil unserer DNA. Unsere Auszubildenden gehören regelmäßig zu den besten Absolventen an der Landesberufsschule Photo + Medien in Kiel, die ihrerseits eine traditionsreiche Institution bei der Ausbildung von Fotografen und Foto- und Medienfachleuten ist.

    Ich habe versucht, nachzuvollziehen, wann der von Ihnen geschilderte Besuch bei uns stattgefunden hat. Denn Ihr Text weist als Datum den November 2015 auf. Das kann aber nicht sein, denn die zitierte X20 befand sich zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr auf dem Markt und die ersten Kommentare auf Ihrer Seite stammen von Anfang 2014. Der von Ihnen geschilderte Vorfall dürfte sich eher im Jahr 2013 ereignet haben. Möglicherweise haben Sie Ihren Text im November 2015 noch einmal überarbeitet?

    Es ist für Ihre Schilderung nicht entscheidend. Wir entwickeln uns allerdings stetig weiter, und vor diesem Hintergrund ist schon relevant, ob wir über eine Erfahrung im Jahr 2015 oder im Jahr 2013 reden. Vielleicht könnten Sie das Datum entsprechend korrigieren?

    Wir würden uns jedenfalls freuen, wenn Sie uns künftig noch einmal eine Chance geben würden. Unser Team ist ganz bewußt sehr bunt gemischt und jeder Einzelne mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Spezialitäten ausgestattet. Ich wage einmal die Behauptung, dass wir auch für Sie einen adäquaten Berater bzw. Verkäufer bei uns finden. Allerdings müssten Sie sich möglicherweise gezielter als bisher einen Ansprechpartner „auf Augenhöhe“ suchen. Selbstverständlich sind wir Ihnen dabei auch gerne behilflich.

    Wenn Sie Lust haben, sprechen Sie mich gerne an oder schreiben Sie mir.

    Herzliche Grüße vom Viktoria-Luise-Platz

    Dr. Vincent Meyer

    1. Sehr geehrter Herr Meyer,

      der Artikel wurde am 16. September 2013 geschreiben und wegen einiger Fehler an den SEO-Tags am 11. November 2015 überarbeitet. Ich sollte mich mal hier kurz erklären, der Text wurde 2013 geschrieben und nach so vielen Jahren kaufe ich tatsächlich wieder bei Foto Meyer meine Filme. Und nicht immer ist alles schlimm, man muss ja mal auch mal ehrlich sein, sondern auch wirklich professionell. Jeder Leice M6 und M7 Nutzer kennt diese verdammte Batterieabdeckung, die wahlweise betonfest sitzt oder nicht mehr existent ist. Offenbar gehöre ich zu den Schwachen da draussen, als daß ich meine betonfeste Abdeckung letztens nicht mehr öffen konnte und ich dringend eine neue Batterie benötigte (ja, es gibt eine off-Position, man muss nur daran denken, wenn man die Kamera in die tasche stopft!). Ein etwas ältere Fachverkäufer griff daraufhin wissend und lächelnd unter den Tresen und holte lediglich eine Stück eines Fahrradschlauches aus der Schublade und öffnete damit das Batteriefach ohne Kraft und Mühe – ich habe zumidest jetzt immer ein Stück eines Fahrradschlauch in meiner Tasche.
      Und die letzte Beurteilung aus dem Text steiche ich mal – ist nicht mehr zeitgemäß!

  5. Doch, der letzte Satz ist leider schon gerechtfertigt. Mich sehen die jedenfalls nie wieder, und dieser Kommentar wird auch nicht der einzige bleiben. For sure.

    Vorkasse für eine Sensorreinigung (bei der die Kamera ja bei Foto Meyer verbleibt) ist an sich schon etwas merkwürdig, aber ok … Leider wurde der Sensor nicht gereinigt; die Flecken sind immer noch da. Und das Geld weg. Vielen Dank auch.
    Da ich mal voraussetzen will, daß ein Reinigungsversuch unternommen wurde, bleibt die Frage, warum Foto Meyer eine ‚professionelle‘ Reinigung anbietet … ein loses Staubkörnchen hätte ich auch selbst entfernen können. 49,- (10 Euro Express, 3 statt 6 tage) für nichts.

    Nie wieder Foto Meyer.

  6. Ich bin kein Foto-Profi, aber die Beratung empfand ich heute als Wohltat! Der Verkäufer ist auf die Wünsche eingegangen und hat zu jedem Detail ein für und wieder gegeben. Kurz um, ich habe mich bei diesem Gespräch wohl gefühlt, ich habe mir eine Kamera inkl. eines Objektivs gekauft. Ein guter Freund mit dem ich da war tat es mir gleich und hat noch ein Teleobjektiv dazu genommen.
    Ich denke das es wichtig ist an wen man gerät.

  7. Leider ist Foto Meyer für den Kauf von Fotoequipment weiterhin nicht zu empfehlen. Ich rate sogar davon ab!

    Zwar sollte die Gewährleistungspflicht jeden vor defekterer Ware schützen. Problematisch ist es, wenn Fotomeyer einfach sagt, dass der Fehler nicht gefunden werden konnte. Obwohl Beweismaterial immer wieder zur Schadeneprüfung mitgegeben wurde, sagten sie immer wieder, dass sie den Fehler nicht finden könnten. Wenngleich der Fehler im Laden (leider nur mündlich) jedes Mal bestätigt wurde. Im Endeffekt würde es dann auch einen langwierigen Rechtsstreit hinauslaufen bei dem man sich einen externen Gutachter holt.

    Das Produkt wurde nicht zurückgenommen und auch nicht umgetauscht. (Vielleicht war ihnen doch klar, dass das Produkt defekt war und sie sich dann mit dem Hersteller auseinandersetzen müssten?!)

    Vor Ort im Geschäft bei Foto Meyer wurde uns dann empfohlen das Produkt, in diesem Fall eine Drohne von DJI, gegen die Wand zu fliegen und Versicherungsbetrug zu begehen.

    Service sieht anders aus. Ich würde beim Kauf von hochwertigem Equipment jedem von Foto Meyer abraten. Es ist leider nicht das erste Mal.

  8. Es ist 2019, und bei Foto-Meyer ist man noch immer der Meinung, Rodenstock wären die einzig waren ND-Filter. Polar Pro wird schlecht gemacht, obwohl die gesamte Community hellauf begeistert davon ist. Warum erweitert man sein Sortiment nicht oder passt es zumindest dem heutigen Stand der Technik an, statt an einen Hersteller festzuhalten und die anderen schlecht zu machen.

  9. Ich kaufe nun schon seit vielen Jahren bei Foto-Meyer.
    Habe dotrt Workshops besucht Equipment gekauft, Verbrauchsmaterial bestellt.
    Mein Fazit ist das ich immer brauchbar beraten wurde, nicht immer alles bekommen habe was ich gesucht habe aber mit allem was ich bekommen habe zufrieden war.
    Also wie in den meisten Läden.
    Ich wurde dort auf jeden Fall immer besser beraten als im Internet, wo ich dann bestellt habe und häufig Schrott erhalten habe.

    1. „Ich wurde dort auf jeden Fall immer besser beraten als im Internet, wo ich dann bestellt habe und häufig Schrott erhalten habe.“ Dem kann ich nur zustimmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.